Vereinbarkeit Familie & Beruf

Das Thema Vereinbarkeit ist hochaktuell und für Mütter und Väter eine große Herausforderung. Wie bekommt man Beruf und Familie unter einen Hut? Familien versuchen täglich den Spagat zwischen Beruf und Familie. Werden oft von ihrem schlechten Gewissen geplagt, weil es schwierig ist allen gerecht zu werden. Aber jede Familie muss für sich herausfinden, welches Familienmodell sie leben wollen.
Hier werden Anregungen zur Familienorganisation, Wie Gleichberechtigung in der Partnerschaft gelingt, Mental Load, Väterbeteiligung und viele weitere Themen zu lesen sein.

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3 Tipps für eine einfachere Vereinbarkeit von Familie & Beruf

1. Du musst nicht perfekt sein

Alle Eltern wünschen sich ausreichend Zeit für ihre Kinder, den Partner, sich selbst und den Haushalt. Doch niemand schafft es, einen verantwortungsvollen Job zu machen, immer Zeit für die Kinder zu haben, die Partnerschaft zu pflegen, einen plitzeblanken Haushalt zu führen und am Wochenende für Freunde groß aufzukochen. Es gilt sich einzugestehen, dass der Tag nur 24 Stunden hat un Prioritäten zu setzen.

2. Du bist nicht allein

Vereinbarkeit ist kein individuelles Problem. Sprecht über eure Situation. Thematisiert euer Dilemma im Freundeskreis, in der Familie, bei der Arbeit. Und holt euch Hilfe z.B. für Kinderbetreuung, Haushalt, etc. Dies kann auch in Form von Tauschgemeinschaften sein, im Sinne von " Es braucht ein Dorf um ein Kind aufzuziehen." Es ist sehr hilfreich ein Netzwerk zu knüpfen - aus Großeltern, Verwandten, Nachbarn oder Freunden - auf das man zurück greifen kann.

3. Legt Regeln fest

Regeln geben Struktur. Montags ist Mamatag, dienstags Papatag, mittwochs & donnerstags ganztags Kindergarten, freitags Grosseltern. Haushalt, Familienmanagement, Kindergeburtstag, Familienfeier, Windelvorrat, Essensplan - all diese Aufgaben dürfen aufgeteilt werden. Klare Aufgabenteilung und Pläne helfen euch bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Wichtig ist, dass Care- und Lohnarbeit gleich viel wert sind und dass die Bedürfnisse beider Elternteile gleich wichtig sind.

Mental Load 

"Mental Load“ beschreibt die Kopfarbeit und die mentale Belastung, die mit der Organisation von Haushalt und Familie einhergehen.

Mental Load ist nicht ausschließlich, aber vorrangig ein Phänomen, mit dem Mütter zu tun haben. Im Zusammenhang mit Familie beschreibt es die ganze Organisation des Alltags. Natürlich gibt es auch viele Väter, die hier die Hauptlast tragen. Mental Load ist deshalb ein Problem, weil es als selbstverständlich wahrgenommen wird. Die Arbeit die hinter der ganzen Organisation des Familienalltags steckt, ist fast unsichtbar, und es gibt wenig Anerkennung dafür. Vergleicht man es mit dem Berufsleben, etwa als Projektmanager*in, dann wird meist die Arbeit mit Kollegen*innen geteilt. Führungskräfte lassen sich zuarbeiten, es gibt Kalender und alle möglichen Tools, die einem die Arbeit einfacher machen. Und nicht zuletzt wird man entsprechend entlohnt durch ein Gehalt, und man hat auch einfach mal Feierabend und kann total abschalten. Viele Aufgaben der Familienorganisation dagegen werden ja gerade dann noch gemacht, wenn die Kinder im Bett sind, also ein „Feierabend“, ein Zur-Ruhe-Kommen für die Eltern überhaupt erst möglich wäre. Zu einer Überlastung kommt es dann, wenn immer mehr auf eine Person abgeschoben wird. Es kann sich auch ganz langsam über Jahre einschleichen.

Wichtig ist, dass die Care-Arbeit als Arbeit definiert wird. Sich um Kinder zu kümmern und den Haus- halt zu organisieren ist Arbeit, die man, wie schon gesagt, nicht „mal eben nebenbei“ macht. Um all die Arbeit sichtbar zu machen, kann die anfallenden To- dos  in einer Liste festhalten. Termine sollten in einem gemeinsamen Kalender stehen, auch wenn sie nur ein Elternteil wahrnimmt. So bekommt man einen Überblick über die Aufgaben der Familienorganisation.

Falls du dich weiter mit dem Thema Mental Load beschäftigen möchtest, habe ich hier Podcasts und ein Video aufgelistet:

Podcasts zum Thema Mental Load 

WDR5: Mental Load. Die Last der modernen Mutter

Darf sie das? Emotionale Arbeit, wer macht die wohl?

Drei Jahre wach: Where is my mind?

Mit Kindern leben: Mental Load

Tollabea: Wir sind es gewohnt, diese ganze Alltagssache zu machen

hr3 Sonntagstalk mit Bärbel Schäfer: Laura Fröhlich über gerechte Arbeitsteilung in Familien.

Dein Sprungbrett: Feminar "Unsichtbarer Stress?!?" Teil 1: Was ist Mental Load? 

Wir-Zeit: Zeit als Paar 

Für Eltern ist es gar nicht so leicht Zeit als Paar zu finden. Damit ihr euch als Paar nicht vergesst, kommen hier 10 Anregungen:

  1. Flirten im Alltag: persönlich, per Whatsapp oder eine Liebesbotschaft auf die Windschutzscheibe, den Spiegel oder bei der Kaffeemaschine. Überrascht euch mit schönen Nachrichten!

  2. Offline: Macht euch einen schönen Abend ohne Fernseher und Handy.

  3. Sagt einfach mal “Danke”, nichts ist selbstverständlich.

  4. Erzählt euch von eurem Tag und hört einander zu, schenkt euch die volle Aufmerksamkeit.

  5. Komplimente: Nehmt euch mal ein paar Minuten Zeit und sagt eurem Partner/in, was ihr an ihm/ ihr besonders schätzt.

  6. Massiert euch gegenseitig die Füße, den Rücken oder genießt gemeinsam ein Bad zusammen!

  7. Hört gemeinsam Musik – vielleicht tanzt ihr auch dazu.

  8. Teilt eure Aufgaben gut auf! Haushalt, Kinderbetreuung, Mental Load soll gleich verteilt sein.

  9. Kleine Geschenke und Aufmerksamkeiten erhalten die Freundschaft: Kleine Überraschungen, die nicht teuer sind z.B. ein Frühstück ans Bett, ein paar gereimte Zeilen, eine kleine Zeichnung, eine Blume, ein Kuchen, Lieblingsspeise, ein Ausflug etc.

  10. Habt Spaß und lacht gemeinsam - Lachen wirkt wie Kitt und macht sexy.